Möbelindustrie der DDR
Eine spannende Geschichte

VEB Thüringer Möbelkombinat Suhl

Dem Thüringer Möbelkombinat Suhl waren zur Gründung 58 Betriebe unterstellt, 17 Betriebe hatten eine Größenordnung von mehr als 100 Mitarbeiter. Zwei Großbetriebe produzierten Polstermöbel, der VEB Möbelwerk Erfurt stellte 1979 eine Warenproduktion von 926 Mio M her und der VEB Ultra- Möbel Suhl als größter Betrieb prouzierte Waren im Wert von 1099 Mio M. Eine Gruppe von 3 Betrieben hatte Beschäftigte in Höhe von 600 bis 800 Personen. Der VEB Holzkombinat Großbreitenbach beschäftigte ca. 780 Personen. Das Sortiment beinhaltete Schulmöbel in großem Umfang sowie Schlafraummöbel. Der VEB Südthüringer Möbelwerk Themar mit 730 Angestellten, der VEB Möbel Friedrichroda mit 621 und der VEB Werkzeuge und Meßgeräte Schweina mit 500 Angestellten waren die nächst größeren Betriebe.

Ein Betrieb war ausschließlich auf Exportproduktion ausgerichtet, der VEB Stilmöbel Barchfeld hatte ein interessantes Sortiment von Küchenmöbeln und Sitzbankgruppen.

Das Problem der Suche nach Akten in Archiven hat im Land Thüringen einen einmaligen Höhepunkt erreicht. Das Landesarchiv Meiningen hat ein Findbuch für Möbelbetriebe erstellt, das Findbuch hat ca. 30 Seiten mit Möbelbetrieben. Die zugehörigen Akten sind nicht aufbereitet und einsehbar. Auf meine Frage nach einem Termin für die Bereitstellung, wurde als Begründung die Situation fehlender Arbeitskräfte genannt. Als Empfehlung gab es die Aussage, ich kann jederzeit die gesellschaftspolitische Notwendigkeit der Aufbereitung und Einsichtnahme begründen. 35 Jahre nach der Wende ist das eine arrogante und westorientierte Begründung, die gegen die Menschen  mit Ostherkunft gerichtet ist. Gleichzeitig habe ich erfahren, dass die SED - Akten vorrangig aufbereitet werden.  Das Fotoverbot bei einfachen Betriebsakten ist ebenfalls weltfremd und für Menschen, die aus anderen Ostbundesländern anreisen, kontraproduktiv. Das Bundesarchiv Berlin erlaubt Fotografien von Akten, bei SED - Akten und Treuhandakten sind Fotos verboten, eine große Angst ist offensichtlich.

Landesarchiv Thüringen, Standort Meiningen

In der Thüringer Landeszeitung vom 07.10.2026 wurde ein Artikel über das Landesarchiv in Meiningen veröffentlicht. Im Artikel offenbart der Leiter Herr Heitmann, dass er Archivbestände in großem Ausmaß vernichtet hat. Hier wurde nach Gutdünken gehandelt und gegen das bundeseinheitliche Archivgesetz verstoßen. Herr Heitmann ist bekannt für seine selbstherrliche und zweifelhafte Art im Umgang mit Nutzern. Er entscheidet nach Belieben über Nutzung und Einsicht in Akten. 


Das ist ein einmaliger Vorgang. Akten und Bibliotheksbestände werden vernichtet! Woher kennen wir das?  Die Leitung des Landesarchivs sitzt in Weimar - Kulturstadt mit Weltbedeutung. Offensichtlich wurde den verantwortlichen Herren nicht bewusst, das so ein Vorgang der Büchervernichtung eine politische Dimension hat. Ich bin einer der Nutzer, die von der Leitung des Hauses hingehalten wurden, in der Hoffnung, das die Natur über die Nutzung von Akten entscheidet. Das nenne ich Menschenverachtung, alle denkenden und fleißig arbeitenden Mitarbeiter werden in diese Haltung mit einbezogen.